Ausflug der H2 ins Römisch Germanische Museum in Colonia

 

Am 04.03.2015 versammelten sich einige Schüler des Latein- Grundkurses H2 und des Leistungskurses, ebenfalls H2, am Römisch-Germanischen-Museum in Köln. Ich bin eine von ihnen.

Als wir alle vollständig waren, mussten wir auch nicht mehr lange warten, bis unsere Museumsführerin Frau Dr. Schneider kam und uns herzlich begrüßte.


Unsere Lehrer hatten sich für uns ein würdiges Thema ausgesucht: „Lateinische Inschriften - Nachrichten aus der CCAA“. Die Führung fing an bei den Grabsteinen von gebürtigen Römern und vielen anderen aus der ganzen Welt stammenden, eingebürgerten Römern. Diese Steine waren alle einst in Köln und Umland gefunden worden. Frau Dr. Schneider erzählte uns, dass diese Grabmäler nur außerhalb der besiedelten Stadt entlang der wichtigsten Fernstraßen aufgestellt werden durften.

keinen bestimmten Platz, wie heute unsere Friedhöfe, hatten, sondern sie wurden entlang der Straßen, die aus der Stadt hinausführten, aufgestellt („Gräberstraßen“). Das Grab eines Römers war meist bunt geschmückt und verziert. Diese Farben sind natürlich schon längst verblasst, aber mir persönlich würde das für unsere Zeit auch sehr gefallen, sodass man den Tod nicht nur betrauern, sondern auch feiern kann. Die Römer jedenfalls betrachteten den Besuch des Grabes als Familienzusammenkunft, bei der man feierte und das Grab schmückte. Bei der Beerdigung legte man dem Toten Grabbeigaben hinzu, so wie man es auch z.B. bei den Ägyptern zu tun pflegte.

 

In einem Grab legte man die Eheleute und eventuell auch ihre Kinder hinein, somit war die Familie im Tode wieder vereint. Am Kopf des Grabsteins war entweder nur das Abbild des Toten in den Stein gemeißelt oder es wird eine Familienszene aus dem Leben dargestellt oder eine Szene, wie man sich das Leben nach dem Tod wünschte.

Das Besondere an den Inschriften ist, dass die Römer eines der ersten Völker waren, welches auf dem Grabstein eine Geschichte der Verstorbenen hinterließ. Hier wurde angegeben, wer beerdigt worden war, wie alt er geworden war, eventuell in welcher Legion er gekämpft hatte, was sein bürgerlicher Beruf gewesen war und mit wem er verheiratet gewesen war.

Ich dachte immer, die Größe des Steins hätte auch was damit zu tun, welchen Status ein Bürger gehabt hatte. Doch unsere Museumsführerin klärte uns darüber auf, dass dies gar nichts damit zu tun hatte. Heldenhaften Soldaten z.B. stellte man am Schlachtfeld vielleicht nur eine kleine Tafel auf, aufgrund des Zeit- und Materialproblems.

Traditionell verbrannten die Römer die Leichen, die Asche kam in eine Urne, und auf die Erde wurde dann der Grabstein gestellt.

Anschließend führte uns Frau Dr. Schneider zu den Weihesteinen:

Diese waren meist um einiges kleiner als die Grabsteine, aber für die Römer, die an verschiedene Gottheiten glaubten, und, wie man wohl heute sagen würde, sehr abergläubisch waren, waren diese Steine fast genauso wichtig. Jeder konnte so einen Stein errichten. Er ließ seinen Namen hineinmeißeln und einen Wunsch an die jeweilige Gottheit. Zugleich beschrieb er aber auch, was der Mensch der Gottheit zum Gefallen tun würde, wenn sein Wunsch in Erfüllung ginge. Einige Steine wurden genauso hübsch bemalt und geschmückt wie Grabsteine.

Der Schmuck für verstorbene Frauen, der manchmal mit ins Grab gelegt wurde, war oft sehr prachtvoll. Noch nach dem Tode wurde oft damit symbolisiert, wie sehr sie von ihrem Mann geliebt worden war, und hier kommt das erste Mal der Aspekt des Reichtums ins Spiel, denn um so prunkvoller der Schmuck ausfiel, umso reicher war die Frau bzw. ihre Familie gewesen.

 

Zum Schluss sahen wir uns das Mosaik von einem reichen römischen Bürger an, der an der Stelle sein Haus hatte, wo jetzt das Museum steht („Dionysosmosaik“). Dieses Mosaik lag als Boden in dem Raum, wo dieser Römer z.B. Feste feierte. Es ist aus mehr als einer Million von kleinsten Steinen zusammengesetzt. Es ist weiß gehalten, bis auf die bunten Bilder, die eingearbeitet worden sind. Die Motive sind fröhliche, tanzende Menschen, wie auch hübsch dargestellte Tiere und mythologische Figuren. Für mich sehr beeindruckend, wie sehr dieses Mosaik erhalten ist, obwohl schon so viele Jahre vergangen sind und sicherlich einige Feste darauf gefeiert worden sind.

Ich denke ich kann für uns alle sprechen, wenn ich sage:

Uns hat die Führung viel Spaß gemacht, Frau Dr Schneider hat alles anschaulich erklärt, und mit beiden Kursen etwas zu unternehmen, war wirklich sehr schön. Da ich gebürtige Kölnerin bin, darf ich sagen: Viva Colonia! J

Danke an unsere Lehrer! Danke an die Schule! Danke aber vor allem an den Förderverein!

Herzliche Grüße, Die Lateiner der H2, 2015

Verfasst von Maximiliane Eichinger
Bilder von Jessica Zipfel und Maximiliane Eichinger