Studienfahrt des Kunstkurses der Q1.2 nach Paris im Januar 2017

Am 26.01.2017 trafen wir uns voller Vorfreude am Hauptbahnhof in Düsseldorf, um mit dem Thalys-Zug für vier Tage in die kunstvolle Stadt Paris zu reisen. Nach nur vier Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel pünktlich um 12 Uhr. Zunächst konnten wir Paris noch nicht sehen, da wir direkt in die U-Bahn stiegen, um unser Hotel Mije zu erreichen. Im Viertel St. Paul angekommen, sahen wir endlich das erste kleine Stückchen von Paris und waren gleich begeistert, da wir alle zum ersten Mal  in Paris waren. Herr Kortländer führte uns die wenigen Schritte von der U-Bahn-Station zum Hotel, wo wir leider kurz vor der Grundreinigung ankamen und daher bis 15 Uhr nicht in unsere Zimmer konnten. Wir verstauten kurz unser Gepäck in einem Raum des Hauses und machten uns zu Fuß auf den Weg um schon mal St. Paul zu erkunden. Als wir an der Seine entlang gingen, mussten wir erst einmal das Ampelsystem in Frankreich durchschauen. Es hat etwas gedauert, aber unser Urteil ist, dass es durchaus sehr praktisch für Fußgänger sein kann. Wir befanden uns sehr zentral in Paris und erreichten über die Pont St. Lois von hinten die Kathedrale Notre-Dame de Paris. Dort befand sich der Park der Kathedrale, wo wir unser erstes Gruppen-Selfie machten. Wir bestaunten die Kathedrale von allen Seiten und führten unseren Spaziergang weiter an der Seine entlang in Richtung des Louvres. Dort angekommen waren wir erneut mehr als fasziniert von der beeindruckenden Architektur. Herr Kortländer erzählte uns von der 800-jährigen Baugeschichte des Louvres und der Entstehung des Museums. Aufgrund unserer Begeisterung über die unfassbare Größe des Palastes faszinierte uns die Aussage, dass Ludwig XIV das Schloss Versailles erbaute, da ihm der Louvrepalast nicht mehr ausreichte, am meisten. Das Museum selbst besuchten wir noch nicht, sondern machten uns auf den Weg zurück zum Hotel. Durch die Innenstadt von Paris gelangten wir dorthin und machten eine kurze Pause in unseren Zimmern. Nach kurzem Verschnaufen drängten wir Studierenden natürlich darauf, den Eiffelturm zu besichtigen, was Herr Kortländer uns natürlich nicht ausschlug. Gemeinsam machten wir uns also wieder sowohl zu Fuß als auch mit der U-Bahn auf den Weg. Währenddessen informierte uns Herr Kortländer natürlich fortwährend über verschiedene Gebäude und dessen Geschichte unter Bezugnahme auf die verbindende Kunst.

Am Abend aßen wir gemeinsam in einem netten kleinem Lokal in der Nähe unseres Hotels. Die Speisekarte überforderte uns natürlich wie zu erwarten und Herr Kortländer musste uns helfen. Mutig wie wir waren, bestellten fast alle von uns Burger und Pommes.

Nach 15 km Fußmarsch und vielen verschiedenen Eindrücken fielen alle erschöpft in ihre Betten.

Am nächsten Tag trafen wir uns pünktlich um 8:30 Uhr beim Frühstück. Wir glauben, dass die Franzosen wohl nicht so viel Wert auf Frühstück legen wie die Deutschen. Die Auswahl war für manch einen Morgenmuffel nicht die beste, aber satt wurden wir alle. Nach dem Frühstück gingen wir erneut zum Louvre, um diesmal auch das Innere bestaunen zu können.

Im Louvre machte Herr Kortländer mit uns eine an unseren Unterricht angepasste Führung. Unser aktuelles Thema im Unterricht ist die Bildhauerei und deren Entstehung. Wir fingen also bei den ägyptischen Altertümern (4000 – 30 v. Chr.) im Flügel Sully an. Zuvor im Unterricht darüber geredet zu haben und nun die uns von Bildern bekannten Skulpturen tatsächlich vor uns zu sehen, hat uns mehr als nur fasziniert. Weiter schauten wir uns auch die griechischen, italienischen und für unsere Lateiner auch die römischen Skulpturen an. Den Schwerpunkt setzte Herr Kortländer hier auf die Künstler Michelangelo und Leonardo da Vinci, da wir uns auch im Unterricht viel mit ihnen beschäftigt haben. Nachdem sich alle auch einmal die Mona Lisa angeschaut hatten, trennte sich die Gruppe. Manche gingen etwas essen und zurück ins Hotel, andere blieben im Louvre und wieder andere erkundeten zu Fuß weiter die umliegenden Sehenswürdigkeiten wie z. B. die Place Vendome

Um 16:00 Uhr trafen sich alle wieder am Musée d`Orsay, welches nicht weit vom  Musée du Louvre liegt. Dort schauten wir uns die impressionistische Ausstellung an und mit Sichtung des ersten Werkes Monets waren wir direkt wieder hellauf begeistert. Im praktischen Teil unseres Kunstunterrichtes malten wir mit Monets Vorlagen selbst impressionistische Bilder und die Vorlage von Herrn Godfrey war zufällig genau dieses eine Bild. Die Tatsache, dass wir die originalen Werke vor uns haben ließ uns nicht los. Das Gemälde Olympia von Manet beeindruckte uns noch mehr, da auch dieses ein Schwerpunkt unseres Unterrichtes war und wir bombardierten Herrn Kortländer gerade zu mit den Informationen dazu. Wir fühlten uns regelrecht wie kleine Experten und erfreuten uns die Künstler der Werke selbst zu erkennen und danach erst die Bestätigung durch die Informationsschilder neben den Werken zu bekommen. Mit Werken von Sisley hatten wir uns noch nicht auseinander gesetzt, aber auch diese gefielen uns sehr gut. Nach dieser Abteilung schauten wir uns noch die van Gogh-Ausstellung an und verließen, auch von diesen Werken beeindruckt, das Museum.

Am Abend gingen wir wieder gemeinsam in einem niedlichem kleinen Restaurant essen. Die Studierenden waren natürlich den Tag über von der ganzen Kunst beeindruckt worden, Herr Kortländer jedoch erlebte sein persönliches Highlight dieser Reise auf dem Weg zum Restaurant. Die berühmte französische Schauspielerin Catherine Deneuve kam uns zu Fuß entgegen. Herr Kortländer erzählte uns völlig perplex, wer da doch gerade mit ihrem Hund an uns vorbei gelaufen war. Wir drängten natürlich drauf, dass er sofort kehrt macht und sich ihr vorstellt, aber er lehnte ab. Während des Essens schien er es aber bereits zu bereuen. Da die Karte keine Burger oder ähnliche Gerichte beinhaltete, waren wir diesmal gezwungen mit der Hilfe von Herrn Kortländer französische Gerichte zu bestellen. Die Kellnerin konnte lustigerweise Deutsch und so entkamen wir erneut der Schwierigkeit der französischen Sprache. Nach dem Essen ließen wir den Abend gemeinsam bei einer Flasche Wein in einer kleinen Bar ausklingen und da wir ja auch bei Nacht Paris sehen wollten, bestritten wir den Heimweg natürlich wieder zu Fuß. So gingen wir an diesem Tag nach ca. 20 km schlafen.

Am Samstag ließen die Meisten von uns das Frühstück ausfallen, da wir den Vormittag selbst nutzen konnten und wir unterwegs etwas essen wollten. Der größte Teil der Gruppe erkundete den berühmten Flohmarkt (Vanves marché aux puces) in Paris, während der Rest sich die Sacré-Cœur de Montmartre anschaute. Gegen 13:30 Uhr traf sich die Gruppe am Musée Rodin. Die Ausstellung des Künstlers Rodin befindet sich in seinem früherem Wohnhaus und ein Teil seiner Skulpturen ist im Park um das Haus herum verteilt, wie zum Beispiel eins seiner berühmtesten Werke, Der Denker. Wir konnten es uns natürlich nicht nehmen lassen gerade diese Skulptur nachzustellen. Das Besondere an dieser Ausstellung war, dass wir nicht nur die Werke selbst sehen konnten, sondern auch die Vorgehensweise des Künstlers anhand von Negativen erkennen konnten. Herr Kortländer erklärte es uns diese natürlich noch einmal ausführlich. Rodin als Person war zwar ein beeindruckender Künstler aber persönlich wohl nicht der sympathischste. Manche Werke, die er als die seinen veröffentlichte, waren in Wahrheit die seiner Frau, welche er aber in die Psychiatrie einweisen ließ.

Das Befreien aus einem Stein war eins der Hauptthemen Rodins, da sich so der Betrachter selbst den noch versteckten Teil der Skulptur entwerfen musste. Im praktischem Teil unseres Unterrichtes versuchten wir uns an ähnlichen Werken und formten aus Ton kleine sich aus einem Stein befreiende Figuren und ließen diesen hart werden. Wir sahen zwar ein, uns mit Rodin nicht messen zu können, aber manche Skulpturen sind wirklich gut gelungen.

Wir waren länger als geplant in dem Museum und erholten uns danach noch etwas, um den letzten Abend in Paris noch einmal gemeinsam genießen zu können. Abends führte uns Herr Kortländer zu einem algerischem Restaurant, wo wir mit Essen geradezu überschüttet wurden. Während der eine Teil der Gruppe den Abend in einer typisch französischen Absinthbar ausklingen ließ, genehmigte sich der andere Teil noch einen letzten Spaziergang durch Paris mit Bewunderung des Rathauses (Hotel de Ville).

Am Sonntag machten sich alle für die Rückfahrt bereit, indem noch ein letztes Mal typisch französischer Proviant gekauft wurde. Gegen 10:45 Uhr machten wir uns dann gemeinsam auf den Weg zur Gare du Nord, um die vierstündige Rückfahrt anzutreten.

Um ca. 16:00 Uhr kamen wir alle wieder in Düsseldorf an und waren zwar enttäuscht, dass die Zeit in Paris so schnell vergangen war, aber auch froh die nächste Nacht wieder im eigenem Bett zu schlafen.

Auf diesem Wege wollen wir uns alle noch einmal herzlich bei Herrn Kortländer bedanken, da dieser nach dieser Reise in seinen wohlverdienten Ruhestand gehen wird und wir die Ehre hatten, sein letzter Kunstkurs zu sein, mit dem er nach Paris fuhr. Er hat uns nicht nur die Kunst, sondern auch Paris selbst nahe gebracht und uns die Stadt auf eine Weise gezeigt, die wir auf einer privaten Reise nicht erlebt hätten.

Kim Baumgarten

 Bilder